Tragen Sie Sorge zu Ihrer Leber

„Das Leben sitzt in der Leber“, besagt der Volksmund, und in der Tat erfüllt unser zentrales Entgiftungsorgan so viele Aufgaben wie kein anderes Organ in unserem Körper. Mit ihren 1,5 Kilogramm ist die Leber das schwerste Organ und die grösste Drüse im menschlichen Körper.  Pro Minute fliessen ca. 1,4 Liter Blut durch die Leber, die ihre Filter-, Entgiftungs-, Speicher- und Ausscheidungsaufgaben wahrnimmt. Die Leber steuert die wichtigsten Stoffwechselprozesse und ist eine unermüdliche Produktions- und Hormonfabrik. Das Besondere an diesem faszinierenden Organ: Es ist ausserordentlich belastbar und kann sich schnell wieder selbst regenerieren. Die Leber wächst sogar in wenigen Wochen auf ihre ursprüngliche Grösse nach, wenn man grosse Teile aus ihr herausschneidet. Eine andere Eigenheit: Wenn die Leber beschädigt ist, tut sie nicht weh, was die rechtzeitige  Diagnose von Lebererkrankungenen natürlich erschwert.  So sprechen Patienten manchmal von unspezifischen Symptomen wie von vermehrter Müdigkeit oder einem Druckgefühl im rechten Oberbauch. Wer sich aber bewusst ist, über einen längeren Zeitraum einen leberschädigenden Lebensstil mit viel Alkohol und/oder einem übermässigen Verzehr von Fett und Kohlenhydraten geführt zu haben, sollte rechtzeitig die Notbremse ziehen.

Die nicht alkoholische Fettleber (NAFL) breitet sich epidemisch aus
In Europa weisen bereits 20 – 30% der Bevölkerung eine Leberverfettung auf, die meist durch einen ungesunden Lebensstil entsteht. Die meisten Patienten erkanken zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr daran.  Aber auch Kinder und Jugendliche können bereits unter Leberverfettung leiden. Die meisten Patienten sind übergewichtig, und ca. jeder zweite Patient ist ausserdem zuckerkrank oder hat erhöhte Blutfettwerte. Eine verfettete Leber kann über eine Leberentzündung zu Zirrhose und Leberkrebs führen. Nach epidemiologischen Berechnungen dürft die nicht alkoholische Fettleber bis 2030 der häufigste Grund für eine Lebertransplantation sein. Um es gar nicht erst zu einer Leberentzündung kommen zu lassen, sind eine leberschonende, ausgewogene und nährstoffreiche  Diät mit wenig oder null Alkohol sowie mehr Sport und Bewegung angesagt.

Besserung schon innerhalb weniger Monate
Die gute Nachricht: Schon innerhalb weniger Monate kann der Patient mittels Gewichtsreduktion und vermehrter körperlicher Betätigung seine Leber- , Cholesterin-  und Blutdruckwerte normalisieren. In einem Zeitrahmen von 48 Wochen führt gemäss einer kontrollierten Studie bereits die Erhöhung der körperlichen Aktivität auf rund 3 Stunden pro Woche zu einer Gewichtsabnahme von 9% und zu einer Normalisierung der Fettleber. Noch gibt es kein Medikament, das effizienter gegen die nicht alkoholische Fettleber wirkt, als die Kombination von leichter Vollwertkost zur Gewichtsreduktion und viel Sport und Bewegung.

Der Plan zu einer entlasteten Leber hin

1. Übergewicht abbauen – aber nicht zu schnell
Wer eine Fettleber hat, sollte auf Radikaldiäten tunlichst verzichten. Grund: Durch eine strenge Diät muss die eh schon angeschlagene Leber vermehrt Fett abbauen und entgiften, sodass sie dadurch überlastet wird. Besser für Fettleber-Patienten ist die Abnahme von 250 bis 500 Gramm Körpergewicht pro Woche.  Dies sollte durch eine an ungesunden Fetten  (Wurst,  Vollfettkäse, Fertigprodukte)  und leeren Kohlenhydraten (Weissbrot, Kuchen, Kekse) armen Ernährung zu erreichen sein. Statt Bratbutter gesunde Öle wie Rapsöl verwenden und für den Salat auf Lein- oder Olivenöl umsteigen. Grundlegend ist eine vitaminreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse, wobei das Gemüse überwiegen sollte. Auch bitterstoffreiche Lebensmittel wie Chicorée oder Artischocke sollen hilfreich sein. Dass Kaffee ab zwei Tassen pro Tag eine leberschützende Funktion hat, ist in verschiedenen neueren Studien nachgewiesen worden.

2. Weniger Alkohol
Beim Abbau von Alkohol – der sehr energiereich ist – entstehen unter anderem Fettsäuren, die in der Leber gebunkert werden. Wer kontinuierlich trinkt und dabei das „Mass übersteigt“- bei Frauen spricht man von einer tolerierbaren Menge von 20 Gramm, bei Männern von 40 Gramm Alkohol täglich – kann es zu einer Leberfettverfettung kommen. Zudem kann die Leber durch die toxische Wirkung des Alkohols und dessen Abbauprodukten geschädigt werden. Gut zu wissen: Die  Leber entzündet sich leichter bei stetigem Alkoholkonsum. Wer kein Problem mit Alkoholexzessen hat, darf sich also auch im Rahmen einer leberschonenden Diät ruhig das eine oder andere Glas genehmigen, wenn auch nicht täglich. Bei einem bedenklichen Alkoholkonsum ist allerdings auch bei einer nicht alkoholischen Fettleber für eine Zeitlang absoluter Verzicht angesagt.

3. Mehr Bewegung
Regelmässiger Ausdauersport wie Joggen, Velofahren, Schwimmen etc.  im moderaten Trainingsbereich unterstützt die Regeneration der Leber nachweislich. So bringen Sie Ihr Fett zum Schmelzen, bevor es sich in der Leber einbunkern kann.

Quellen:

– „Leber und Galle reinigen und revitalisieren“ von Dr. Schänzler & Dr. Koppenwallner
–  NetDoktor/Fettleber
–  spiegelde / Fettleber – die unterschätzte Gefahr

 

 

 

 

 

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